Während des Warnstreiks der Kolleg*innen machten IGM, Betriebsrat und Kai deutlich, worum es hier geht:

Jahrelang wurde von den Beschäftigten Loyalität eingefordert. Wer für bessere Bedingungen den Arbeitsplatz wechselte, galt als illoyal. Gleichzeitig wurde öffentlich über Fachkräftemangel geklagt – und noch vor wenigen Jahren suchte Mecalac selbst aktiv neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute jedoch wird ein traditionsreicher Standort mit minimaler Vorwarnzeit abgewickelt.

Besonders schwer wiegt laut Gewerkschaft, dass diese Entscheidung ohne ernsthafte Gespräche und ohne erkennbaren Willen getroffen wurde, den Standort zu erhalten. Statt Verantwortung zu übernehmen, versucht die Geschäftsführung der Fayat-Gruppe offenbar, mit dem absoluten Minimum davonzukommen. In der Öffentlichkeit wird die Realität mit wohlklingenden Worten beschönigt, während für die Beschäftigten Fakten geschaffen werden. Das ist keine Unternehmensführung mit Haltung, sondern eine kalte Abwicklung.

Zynisch ist dieses Vorgehen vor allem gegenüber den Menschen, die dem Betrieb über Jahrzehnte hinweg die Treue gehalten haben. so Kai. Wer in guten Zeiten Einsatz, Verzicht und Solidarität einfordert, darf sich in schwierigen Phasen nicht aus der Verantwortung stehlen. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Pressemitteilungen, sondern durch faires und transparentes Handeln.

Natürlich ist Wirtschaft zyklisch. Krisen gehören dazu. Doch sie entbinden nicht von Verantwortung. Und eines ist ebenso klar: Vergessen wird dieses Verhalten nicht. Die Kolleg*innen, Gewerkschaften und die Öffentlichkeit werden sehr genau wahrnehmen, welche Unternehmen in schwierigen Zeiten zu ihren Mitarbeiter*innen stehen – und welche nicht.